Die „Wilde 8“ von Pommelsbrunn


Pommelsbrunn hat sich in den letzten Jahren zum Eldorado für Fränkische Trailrunner entwickelt. Die Ortschaft liegt im Herzen der Hersbrucker Schweiz und bietet mit dem 1000 Höhenmeter Rundwanderweg (kurz 1000hmr) einen regelrechten Klassiker den ich schon von Anfang meiner Trailrun-Aktivitäten sehr gerne gelaufen bin. Der Ausgangspunkt der Laufstrecke ist schnell mit dem Auto aber auch mit dem Zug zu erreichen (S-Bahn von Nürnberg) und lockt zudem in den Sommermonaten mit einem Kneipp-Becken, das für eine erfrischende Abkühlung sorgt.

Wie kam es nun zur „Wilden 8“?

Besonders in der Region haben mir schon immer die Passagen südlich von Pommelsbrunn und die Gegend um den Happurger Stausees gefallen. Als ich im Herbst 2020 mit meinem Laufkumpel Alex Sonntags laufen gehen wollte meinte er, er möchte maximal 30k laufen – mehr ginge nicht. Da er über Höhenmeter nichts sagte hab ich mich an die Planung gemacht und das beste aus den beiden Routen zusammengelegt. Was dabei rausgekommen ist, hat auf der Karte einer 8 geähnelt. Und da die Strecke am Ende auf zackige 1.400 hm kommt ist daraus die „Wilde 8“ geworden. In der Summe also eine optimale Strecke für alle Ultra-Läufer die nach Höhenmetern lechzen. 😉

Die Strecke: 30 km + 1.400 hm

Auf der Strecke reihen sich viele Highlights aneinander – auch schöne Alternativen zu dem besagten 1000hmr, wie z. B. das Steinerne Gaßl und ein himmlischer Ausblick von der Teufelskanzel.

In welche Richtung die 8 gelaufen wird ist natürlich eure Sache und kann nach Belieben variiert werden. Wenn wir uns an der Streckenführung halten die ihr unten auf der Outdooractive Karte seht dann schaut der Streckenverauf wie folgt aus:

Teil 1: Von Pommelsbrunn zum Hohlen Fels

Es geht gleich von Anfang an richtig zur Sache. Denn vom Parkplatz aus geht es schon nach wenigen Metern direkt in die erste Rampe und treibt den Puls nach oben bzw. bringt den Körper auf Betriebstemperatur. Die Strecke führt uns über Reckenberg auf direktem Weg hinauf zum Hohlen Fels.

Tipp für alle Frühaufsteher: Wer schon kurz vor Sonnenaufgang mit Stirnlampe ausgestattet aufbricht, kann einen eindrucksvollen Sonnenaufgang bzw. Szenerie oben am Hohlen Fels erleben. Die Szenerie mit dem zu Füße liegenden Happurger Stausee ist einfach unbeschreiblich schön und immer ein Bild wert!

Teil 2: Hohler Fels – Deckersberg

Steil geht es hinab – fast im freien Fall geht es hinunter ins Tal. Nur kurz können wir auf dem Weg am See durchschnaufen, bevor es kurz darauf wieder hinauf nach Reicheneck geht. Dort angelangt „stürzen“ wir uns gleich in den zweiten Downhill des Tages nach Kainsbach. Beim folgenden Aufstieg zum Staubecken des Wasserkraftwerks am Deckersberg können dann gleich die nächsten 200hm verbucht werden. Wer die Zeit mitbringt kann oben auf den Trails einen kurzen Abstecher nach rechts machen und vom Jungfernsprung aus den Happurger Stausee von der anderen Seite aus betrachten.

Teil 3: Deckersberg – Happurg – übers Steinerne Gassl zurück zum Hohlen Fels

Beim kommenden Teilstück schließt sich der erste Kreis der 8 denn wir laufen nachdem wir die Ortschaft Happurg erreicht haben wieder hinauf zum Hohlen Fels. Doch Vorsicht – wir folgen nicht den Schildern des 800hmr sondern biegen beim Aufstieg nach einiger Zeit rechts ab und folgen dem Wegweiser „Steinernes Gassl“. Der Pfad ist wirklich ein Traum und jeden Schritt wert. Tolle Ausblicke, teils etwas alpin angehauchte Trails machen diesen Weg zum Genuss. Doch bevor ihr wieder am Fels oben heraus kommt müsst ihr noch den fiesen Anstieg nach oben meistern.

Teil 4: Hohler Fels – Kapellenruine zum Heiligen Baum – Teufelskanzel

Wir folgen nun wieder der Beschilderung vom 1000hmr bis zur Kapellenruine unweit des Dorfes Arzlohe. Hier geht verlassen wir den Höhenmeterweg wieder und machen uns an den nächsten Aufstieg. Das Waldstück das wir jetzt durchqueren ist richtig mystisch und hier kommt richtiges Barkley Feeling auf. Wir schlängeln uns durch eine einzigartige Felslandschaft bis uns der Wald nach einem schönen Downhill wieder ausspuckt. Wir laufen über eine Lichtung und müssen jetzt besonders genau auf die Karte schauen um den Abstecher zur Teufelskanzel nicht zu verpassen.

Teil 5: Teufelskanzel – Hochberg – Hartmannshof

Nach dem Stop an der Teufelskanzel geht es nach wenigen Minuten wieder hinein in den Wald und wir kämpfen uns über schön schattige Trails auf den Hochberg (619 m). Dort angelangt folgt ein sehr zahmer Teil der „Wilden 8“. Auf wirklich schön zu laufenden Wegen kommt ihr der Ortschaft Hartmannshof Schritt für Schritt näher.

Teil 6: Hartmannshof – Zankelstein – Pommelsbrunn

Es ist fast geschafft! Nur noch ein letzter langer aber flacher Anstieg steht uns bevor. Dafür können wir uns noch auf einen top Aussichtspunkt – den Zankelstein – freuen. Dieser wurde vor nicht allzu langer Zeit freigelegt und bietet beste Sicht auf Pommelsbrunn und unser Ziel. Wer mag, darf sich dort auch in das Gipfelbuch eintragen. Doch hier nochmals aufgepasst. Es gibt mehrere Varianten hinunter ins Dorf. Ich habe absichtlich nicht die Variante des 1000hmr gewählt, da die Strecke durch den Bau einer neuen Forststraße sehr geröllig und nicht schön zu laufen ist. Wir halten uns daher eher im Wald und lassen es auf den letzten Metern hinunter ins Tal nochmal ordentlich krachen.

+1.000 hm +30 km 10k 100k 100miles 160km achensee AlpenX100 Alpenüberquerung Alternativtraining berglauf Frankreich fränkische schweiz halbmarathon Indoorcycling japan karwendelgebirge karwendellauf karwendelmarsch la palma Laufstrecke Maintal Ultratrail marathon neideck1000 nightrun Nürnberg Nürnberger Land okinawa pertisau Rennen sachsentrail scharnitz Schweiz skyrace skyrunning swissalps100 Trail du Petit Ballon Traillauf Trailrunning transvulcania Ultratrail Vogesen wettkampf winterlaufserie zugspitz ultratrail

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