Backyard Ultra Packliste: Was du wirklich brauchst.
75 Dinge, 10 Bereiche, ein Plan. Meine Packliste aus eigener Backyard-Erfahrung – als Checkliste zum Abhaken. Dein Fortschritt wird in deinem Browser gespeichert.
Von Stefan Miyagi – 4-facher Backyard-Sieger, Team Germany 2024 · Zuletzt aktualisiert:
PavillonLiegestuhlBoxenGetränkeWarum die Vorbereitung beim Backyard Ultra alles entscheidet
Ein Backyard Ultra ist kein normaler Ultramarathon. Kein definiertes Ziel, keine fixe Distanz – stattdessen läufst du so weit wie möglich – Runde für Runde, bis du selbst entscheidest oder dein Körper die Entscheidung für dich trifft. Das klingt radikal einfach, und genau das ist es: radikal. Aber was viele unterschätzen, ist die Tatsache, dass das Rennen nicht nur auf dem Kurs entschieden wird, sondern auch zwischen den Runden. Wie das Format genau funktioniert, steht in den Backyard Ultra Regeln.
6,7 Kilometer pro Runde, eine Stunde pro Loop, immer wieder. Klingt überschaubar. Und genau das ist die Tücke: Man denkt, man hat Zeit. Hat man nicht. Wer in der Homebase auch nur zwei Minuten sucht, kämpft, zögert – der verliert. Nicht einmal dramatisch. Schleichend. Runde für Runde.
Und niemand möchte erleben, dass nachts plötzlich die Stirnlampe versagt, die Klamotten feucht sind, die Crew nicht weiß, wo all die Sachen zu finden sind, die du als Läufer brauchst, und du selbst zu müde bist oder die Zeit zu knapp ist, um irgendetwas zu koordinieren. Das ist vermeidbar. Mit der richtigen Vorbereitung.
Diese Packliste ist das Ergebnis aus eigener Erfahrung. Sie war für mich in den letzten Rennen immer eine gute Planungsbasis und deckt genau die drei Bereiche ab, die beim Backyard Ultra wirklich zählen: die Homebase, die Verpflegung und die Kleidung.
Die Homebase – dein Kommandozentrum beim Backyard Ultra
Die Homebase ist beim Backyard Ultra fast schon die halbe Miete. Wenn dort Chaos herrscht, kostet dich das Runde für Runde unnötig Kraft. Und sie ist nicht nur für den Läufer wichtig, sondern auch für die Crew. Das Zelt oder der Pavillon ist Arbeitsplatz, Aufenthaltsort und Rückzugsort in einem – gleichzeitig.
Essen wird vorbereitet, Kleidung sortiert, Geräte geladen, Dinge organisiert – und zwischendurch wird kurz durchgeatmet. Viele Backyard-Veranstaltungen bieten bewusst Platz für Basecamp, Crew und persönliche Aid-Station an. Genau deshalb lohnt es sich, diesen Bereich wirklich gut zu planen. Nicht als Afterthought, sondern als eigenes Projekt.
Ausrüstung für die Homebase
0 / 10Verpflegung – was du wirklich brauchst (und was nicht)
Beim Backyard Ultra geht es den wenigsten darum, als Letzter übrig zu bleiben. Die meisten wollen einfach wissen, wie weit sie kommen – mit ihren eigenen Fähigkeiten, an diesem Tag. Und was dabei zählt: nicht die ausgefeilteste Strategie, sondern dass du auch nach 20 Stunden noch irgendetwas Vernünftiges runterbekommst. Das ist ein echter Unterschied.
Nicht bei jedem Backyard ist die Veranstalter-Verpflegung automatisch ausreichend, hochwertig oder kompatibel mit dem, was du gut verträgst. Gerade wenn du bei Koffein, Salz, Getränken oder bestimmten Lebensmitteln empfindlich bist, solltest du dich nicht darauf verlassen, dass vor Ort genau das wartet, was du brauchst. Manche Rennen schreiben sogar explizit, dass man spezielle Getränke und Nahrung bitte selbst mitbringen soll. Also unbedingt die Website des Veranstalters vorher nochmals checken und lieber etwas mehr selbst mitbringen.
Crew mitversorgen! Denk bei der Planung nicht nur an dich als Läufer. Die Crew macht viele Stunden aktiv mit. Wer nur für den Läufer packt und die Helfer von ein paar Chips leben lässt, merkt das irgendwann – weil eine erschöpfte Crew keinen guten Job macht. Bei manchen Events ist die Aid-Station-Verpflegung sogar ausdrücklich nur für registrierte Läufer vorgesehen.
Küche und Ausrüstung für die Verpflegung
0 / 12Meine persönliche Backyard Ultra Food- & Helferlein-Favoritenliste
Die folgende Liste ist meine persönliche Zusammenstellung – Dinge, die bei mir bei keinem Backyard Ultra fehlen dürfen. Was davon für dich funktioniert, hängt von deinem Körper, deinen Vorlieben und deiner Strategie ab.
Getränke
0 / 8Da die Backyards tendenziell eher im Sommer stattfinden, ist es gut, wenn die Getränke nicht den ganzen Tag in der Sonne herumstehen und zumindest etwas gekühlt in einer Kühlbox gelagert werden.
Essen
0 / 9Auch das Essen sollte gut platziert werden, damit es leicht greifbar ist. Riegel und Gels habe ich immer in einen Schuhkarton gepackt – und im Schuhkarton nochmals kleine Boxen, um alles räumlich zu trennen und nicht wühlen zu müssen. Beim Essen habe ich immer darauf geachtet, das mitzunehmen, was ich gut vertrage und was es bei der Verpflegung wahrscheinlich nicht geben wird. Mit der Zeit wird man beim Essen sehr wählerisch, daher kann es die Rettung sein, wenn man selbst gut vorsorgt und Essen vorbereitet, das man später noch gut essen kann. Obst gibt es in der Regel eigentlich immer vom Veranstalter, das habe ich hier daher nicht aufgenommen.
Körperpflege & Erste Hilfe
0 / 8Auch hier wieder der Tipp: Gebt alles in eine extra Schachtel oder ein anderes Behältnis …
Was für mich funktioniert, muss nicht für dich funktionieren – probiere aus, streiche, was nicht passt, ergänze, was fehlt. Die beste Packliste ist immer die, die zu dir persönlich passt.
Box mit „Technik“
0 / 9Hier habe ich alles drin, was eher technischer Natur ist:
Bekleidung – nicht ein Outfit, sondern ein System
Kleidung ist beim Backyard Ultra kein Nebenthema. Durch die vielen Runden, die Pausen und den Wechsel von Tag zu Nacht brauchst du deutlich mehr Optionen als bei einem normalen Lauf. Wenn ein Backyard 24 Stunden oder länger dauert, hast du oft genau beides: heiße Stunden am Tag und deutlich kühlere Nächte – dazu Regen, Wind und Tau.
Kleidung sollte deshalb nicht nur fürs Laufen dabei sein, sondern als System funktionieren, das sich schnell anpassen lässt. Ganz wichtig: Alles am besten in wasserdichten Taschen aufbewahren, damit Tau, Regen oder feuchtes Gras nicht langsam alles durchfeuchten. Nichts ist frustrierender als nasse Ersatzkleidung.
Ich habe es für mich der Übersicht halber auf zwei verschiedene Taschen bzw. Boxen aufgeteilt, damit man die Sachen schneller findet. Wichtig auch hier: Beschriftet alles, damit ihr später nicht erst suchen müsst! Klebeband mit Edding hat bei mir immer gut geklappt.
Tasche 1 – Unterwäsche und Kleinzeug
0 / 8Tasche 2 – Die großen Teile
0 / 6Bei Hosen und Trikots habe ich lieber ein paar zu viele eingepackt. Solltet ihr sehr stark schwitzen oder sollte das Wetter schlecht sein, müsst oder wollt ihr euch wahrscheinlich öfter umziehen.
Laufschuhe – mehr als ein Paar ist kein Luxus
Ich würde beim Backyard Ultra nie nur ein Paar Schuhe dabeihaben. Eine größere Auswahl ist hier wirklich sinnvoll – und das ist keine Übertreibung.
Wenn es matschig wird, kannst du auf Trailschuhe wechseln (beim O-See Backyard Ultra 2025 war das für viele Läufer ein echtes Problem, da sie nur normale Straßen-Laufschuhe dabeihatten und die Wege sehr schlammig und rutschig geworden sind). Wenn sich Blasen anbahnen oder ein Modell plötzlich drückt, ist ein anderes Paar oft die einfachste Lösung. Und auch trockene Schuhe nach nassen Runden können mental sehr viel bringen. Viele erfahrene Backyard-Läufer arbeiten mit Ersatzpaaren und unterschiedlichen Modellen – nicht aus Spielerei, sondern weil es funktioniert.
Mein Schuhtipp: Warum ich für lange Backyards auf maximale Dämpfung setze, liest du im Test des Tarkine Autopilot Burst.
Laufschuhe zum Einpacken
0 / 3Für nach dem Rennen
0 / 2Packliste zum Download
Ich habe auf Basis des Artikels eine Checkliste erstellt, die ihr euch gerne kopieren und für eure Zwecke verwenden und anpassen könnt. Einfach das Google Spreadsheet „Backyard Ultra Packliste by TrailAway“ öffnen und eine Kopie erstellen – oder diese Seite direkt ausdrucken.
Die häufigsten Fragen zur Backyard Ultra Packliste
Reicht die Verpflegung vom Veranstalter beim Backyard Ultra?
Was muss ich beachten, wenn ich beim Backyard eine Crew zum Support dabeihabe?
Warum ist die Homebase beim Backyard Ultra so wichtig?
Wie viele Paar Schuhe sollte ich zu einem Backyard Ultra mitnehmen?
Sollte ich einen Backyard mit Rucksack laufen?
Welche Kleidung brauche ich für einen Backyard Ultra?
Brauche ich beim Backyard Ultra nachts zwingend eine Stirnlampe?
Was sollten Helfer bei einem Backyard Ultra zusätzlich dabeihaben?
Fazit: Vorbereitung ist kein Vorteil – sie ist die Voraussetzung
Ein Backyard Ultra verlangt dir alles ab. Die Runden sind kurz genug, um immer wieder anzufangen – und lang genug, um dich an deine echte persönliche Grenze zu bringen. Was dich länger hält, ist nicht nur dein Fitness-Level. Es ist, wie gut du vorbereitet bist.
Eine funktionierende Homebase, eine Crew, die mitdenkt, Kleidung, die passt, und Verpflegung, die du wirklich verträgst – das ist keine Spielerei, das ist die Grundlage dafür, dass du dein persönliches Maximum abrufen kannst.
Packe so, dass du in Runde 5, 10, 24 oder 44 noch weißt, wo alles ist. Dann hast du die beste Chance, dich selbst zu übertreffen – egal ob das Runde 8 oder Runde 28 ist.
Ach ja, fast vergessen: Denk auf jeden Fall daran, noch gemütliche Wechselkleidung und Duschsachen für nach dem Rennen einzupacken. In diesem Sinne wünsche ich dir alles Gute für deinen nächsten Backyard Ultra.
Dein Stefan von TrailAway.de
Klasse Artikel mit sehr guter Packliste !!
Vielen Dank für deine Rückmeldung, das freut mich sehr 😊