NIGHT RUN auf Okinawa – Nur die Sonne hat gestört 2


Wenn sich ein Lauf “Night Run” nennt, sollte man eigentlich davon ausgehen, dass er auch nachts ausgetragen wird. Nicht so beim 3 Stunden TEDAKO Night Run in Okinawa (Japan). Denn hier war der Start bereits auf 17:00 Uhr angesetzt. Das bedeutet im August noch 2 Stunden bei praller Hitze und schwülwarmer Luft bis die Sonne dann nach und nach ihre Kraft verliert und um 19:00 Uhr im Ostchinesischen Meer untergeht. 

Startnummernausgabe – Alles voll elektronisch über QR-Code, so wie man es sich in Japan vorstellt…

Die Start & Ziellinie – bei noch unerträglicher Hitze

Bei dem Lauf handelte es sich um einen 3-Stunden Lauf, den man entweder als Staffellauf im Team – oder wie ich als “Solo-Läufer” absolvieren konnte. Die Runde führte in Form einer Acht im Sportpark von Urasoe um das Baseballfeld und durch das Stadion, wo mittels Transponder die Runden gezählt wurden.

Bereits um 16:45 Uhr ging das Aufwärmprogramm los, bei dem fast alle Teilnehmer mitmachten und der ein oder andere schon an sichtlich an seine Grenzen gestoßen ist. Ich habe mich hieran jedoch nicht beteiligt, um meine Kräfte für die kommenden drei Stunden aufzusparen und lieber das Spektakel beobachtet und Bilder gemacht.

Start des TEDAKO Night Run

Startaufstellung beim Okinawa Night Run

Der Startschuss erfolgte pünktlich um 17:00 Uhr. Mit vollem Tempo zogen die ambitionierten Staffelläufer davon und der Rest hinterher. Die genaue Streckenführung kannte ich bis daher noch nicht und so lief ich in der sengenden Hitze dem vorderen Feld hinterher. Staffelläufer und Solo-Läufer hatten andersfarbige Startnummern, dennoch war es nicht von Anfang an einfach, die Solo-Läufer zu identifizieren.

Noch gute Beine in der zweiten Runde

Die erste halbe Stunde ging eigentlich ganz gut vorbei. Ich fühlte mich gut und sah anhand meiner Kilometerzeiten, dass mich mein Gefühl auch nicht täuschte. Jede Runde traf ich auf unzählige Supporter, die frenetisch ihre Teams und uns anfeuerten. Darunter war auch meine Familie und meine beiden Kinder, die mich an dem Tag unterstützten. Nur meine Tochter dachte mit ihren 4 Jahren, dass Papa nicht der Schnellste ist, da die Staffelläufer pausenlos an mir vorbeizogen und ich in ihren Augen richtig langsam ausgesehen haben musste.

Fight against the Heat

Nachdem die ersten 10 Kilometer gelaufen waren, merkte ich wie mir die Hitze immer weiter zusetzte. Und das war auch klar an den Rundenzeiten abzulesen. Ich schwitzte wirklich wie ein Schwein. Meine Laufhose, mein Shirt tropften und nach einiger Zeit begannen sogar meine Schuhe an zu “quaken”, da sich der Schweiß darin wie in einer Pfütze sammelte. Nun hieß es KÄMPFEN. Viel früher als mir eigentlich lieb war. Am liebsten hätte ich alles hingeschmissen und gesagt, dass das nicht mein Wetter ist und die japanischen Läufer das machen sollen, die ja auch an diese Temperaturen gewöhnt sind (bei möglichen Ausreden ist man in solchen Situationen immer sehr erfinderisch). Doch vor allem meine Familie (jede Runde hörte ich laut und deutlich “PAPA SCHNELLER!!!”) hat dazu beigetragen, dass ich mich weiter durchgebissen habe und dem Sonnenuntergang entgegengelaufen bin.

Als die Schatten langsam länger wurden und die Sonne ihre Kraft verloren hat, ging es mir auch wieder ein Stück besser. Das Laufen fiel mir einfacher und die Gewissheit, dass das Zeitziel nicht mehr allzu weit weg ist, hat mich motiviert, weiter durchzuziehen. Dennoch bin ich die letzte Stunde nicht mehr richtig an mein Limit gegangen, da der Lauf ja ein Vorbereitungslauf für den Transalpine Run zwei Wochen später sein sollte. Und da ist es sicher clever, wenn man sich noch etwas Kraft aufspart.

Fazit

Mit meinem Ergebnis war ich trotz all der Umstände sehr zufrieden. Ich legte insgesamt 34,65 Kilometer  zurück (was 21 Runden entsprach) und belegte damit Gesamt Platz Nr. 7. Der Sieger lief 3 Runden mehr als ich und schaffte damit auch nicht die Marathon-Distanz von 42,195 km zu bewältigen. Ob ich wieder so einen Lauf in Angriff nehmen möchte – da bin ich mir nicht so sicher. Es ist wirklich sehr schwer für einen „Made-in-Germany-Körper“ mit so einer Hitze zurecht zu kommen. Dann doch mal wieder lieber in den Wintermonaten nach Okinawa fliegen, denn dort werden ja zwei schöne Marathons (Naha-Marathon und der Okinawa-Marathon) oder der Kunigami Trail-Run bei erträglichem Klima ausgetragen.


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